Alt, ungedämmt, sanierungsbedürftig: 12 Fakten über Gebäude in Deutschland

Nirgendwo wird mehr Energie verbraucht als in Gebäuden. Was auch daran liegt, dass die Umsetzung von Energieeffizienz noch in den Kinderschuhen steckt. Das Einsparpotenzial ist riesig. Dabei wäre technisch die klimaneutrale Gestaltung des Gebäudebestands in Deutschland mit den heute verfügbaren Technologien und Dienstleistungen umsetzbar. Die 12 wichtigsten Fakten zum Thema.

  • Größter Energieverbraucher

    Der Gebäudebereich ist mit rund 40 Prozent größter Energieverbraucher in Deutschland und macht 30 Prozent des CO2-Austoßes hierzulande aus. Dem Gebäudesektor kommt damit bei der Umsetzung der Energiewende und dem Erreichen der Klimaschutzziele eine Schlüsselstellung zu.

  • Ungedämmt

    Rund 65 Prozent der Fassaden in Deutschland sind ungedämmt, weitere 20 Prozent entsprechen nicht dem Stand der Technik.

  • Sanierungsbedürftig

    Rund 70 Prozent der Anlagentechnik in Deutschland sind nicht auf dem Stand der Technik und damit zu einem großen Teil dringend sanierungsbedürftig.

  • 80 Prozent der Wohngebäude

    Mehr als 80 Prozent der Wohngebäude wurden vor der Einführung der dritten Wärmeschutzverordnung von 1995 errichtet. Zwei Drittel dieser Gebäude bedürfen einer energetischen Sanierung.

  • Gebäudebestand

    Der Gebäudebestand ist derzeit immer noch von Stillstand geprägt. Die Sanierungsquote stagniert seit langem konstant bei rund einem Prozent pro Jahr. Zur Erreichung der gesteckten Ziele muss die Sanierungsquote auf über drei Prozent steigen.

  • Energieberatung

    Untersuchungen zeigen, dass mehr als 75 Prozent der privaten Gebäudeeigentümer nicht einmal grob über den energetischen Zustand ihres Gebäudes informiert sind. Bei bereits erfolgten Sanierungen haben nur 18 Prozent der Gebäudeeigentümer eine Energieberatung in Anspruch genommen. Eine Vielzahl dieser Sanierungen sind daher nicht optimal vollzogen worden. Im Durchschnitt wurden nur 30 Prozent des Einsparpotenzials gehoben.

  • Energetische Sanierung

    Der Energieverbrauch von Bestandsgebäuden kann durch eine ganzheitliche energetische Sanierung von Gebäudehülle und Gebäudetechnik um rund 80 Prozent gesenkt werden.

  • CO2-Emissionen verhindern

    Durch den Austausch veralteter Anlagen und den Einsatz moderner technischer Systeme in Gebäuden können bis zu 50 Prozent an Energie eingespart und große Mengen CO2-Emissionen verhindert werden.

  • Anpassung des Benutzerverhaltens

    Durch Anpassung des Benutzerverhaltens und Automation lassen sich bis zu 30 Prozent Heizenergie und zugleich CO2-Ausstoß einsparen.

  • Lösungskonzepte

    Lösungskonzepte wie Gebäudeautomation oder Energiespar-Contracting können zu einer Einsparung beim Endenergieverbrauch für Wärme in Höhe von bis zu 60 Prozent führen.

  • Plusenergiehäuser

    Es ist heute technisch schon möglich, Gebäude zu bauen, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen – „Plusenergiehäuser“ zeigen spannende Konzepte, die weitergedacht werden müssen.

  • Energieeinsparziele

    Im Gebäudebereich sind alle notwendigen technologischen Systeme zur Umsetzung der Energieeinsparziele bereits heute vorhanden – technisch wäre die klimaneutrale Gestaltung des Gebäudebestands in Deutschland also mit heute verfügbaren Technologien und Dienstleistungen umsetzbar.

Energieeffizienz von Gebäuden

Durch Maßnahmen am Gebäude kann Energie eingespart und dadurch die Gebäudeenergieeffizienz gesteigert werden. Die Prozentwerte stellen das maximale Einsparpotenzial im Verhältnis zum Energieverbrauch dar.