Klimapfade bei Gebäuden – BDI stellt Ergebnisse seiner Klimastudie vor
© Christian Kruppa - Staatssekretär Gunther Adler (BMI) und Holger Lösch (stv. Hauptgeschäftsführer, BDI) während des Sektorworkshops Gebäude - BDI-Studie "Klimapfade für Deutschland" am 16. April 2018 in Berlin

Klimapfade bei Gebäuden – BDI stellt Ergebnisse seiner Klimastudie vor

Im Gebäudesektor liegt ein großes CO2-Einsparpotenzial, das sich auf den Gebäudebestand fokussiert und kostengünstiger realisiert werden kann, als dies in den anderen Sektoren – Energie, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft – möglich ist. Der BDI-Klimastudie zufolge sollte der Gebäudesektor deshalb einen größeren Beitrag zu den Klimaschutzzielen leisten. Die Einsparziele bei Gebäuden sind realisierbar, die benötigten Technologien stehen schon heute zur Verfügung. Die Herausforderung ist, den bestehenden Stillstand bei der Gebäudesanierung zu überwinden. Für ein Erreichen des vom BDI unterstützen 80-Prozent-Einsparziels muss die Sanierungsquote bei Gebäuden unmittelbar um 50 Prozent auf 1,7 Prozent pro Jahr gesteigert werden.

Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat, sowie Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, unterstreichen in der gemeinsamen Eröffnung, dass es beim Thema energetische Gebäudesanierung keine weitere Zeit zu verlieren gibt. Staatssekretär Adler kündigt an, dass die Bundesregierung zeitnah über zusätzliche Weichenstellungen zur Beschleunigung der Gebäudesanierung beraten wird. Holger Lösch weist darauf hin, dass es für eine Steigerung der Sanierungsgeschwindigkeit insbesondere zusätzliche Förderimpulse braucht.

Maria Hill (ECE Projektmanagement GmbH), Karlheinz Reitze (Viessmann PV + E Systeme GmbH) und Dr. Thomas Tenzler (Fachverband Mineralwolleindustrie) stellen als Vertreter der Gebäudebranche heraus, dass die bei Gebäuden geforderten Sanierungen zwar mit verfügbaren Technologien machbar, betriebswirtschaftlich aber in vielen Fällen eine Herausforderung sind. Deshalb wird eine starke staatliche Flankierung mit Förderinstrumenten benötigt, um Amortisationszeiten zu verringern und Eigentümer anzureizen. Weitere ordnungsrechtliche Verschärfungen würden nur Attentismus bewirken. Bestandsgebäude müssen ganzheitlich ertüchtigt werden. Für eine Mobilisierung der bestehenden Einsparpotenziale ist eine energetische Sanierung der Gebäudehülle ebenso erforderlich wie der Einsatz effizienter Gebäudetechnik und eine Optimierung des Betriebs bzw. Nutzerverhaltens.

In der abschließenden politischen Diskussionsrunde weisen Holger Lösch, BDI, und Manfred Greis, stellvertretender Vorsitzender BDI-Initiative „Energieeffiziente Gebäude, darauf hin, dass für den Gebäudesektor das Jahr 2030 mit seinen politisch gesetzten Einsparzielen „quasi bereits übermorgen“ ist. Sie plädieren deshalb für eine schnelle Einführung einer steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag gemeinsam beschlossen haben. Der Vorschlag, den der BDI zusammen mit BDEW, dena, DGB und ZDH im Oktober 2017 formuliert hat, sollte aufgegriffen werden. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber, CDU, bekräftigt den Willen, die steuerliche Förderung gemeinsam mit den Bundesländern zügig zur Umsetzung zu bringen. Daniela Wagner, Bundestagsfraktion Bündnis‘90/Die Grünen, unterstreicht, dass weiter ein Miteinander von „Fordern, Fördern und Informieren“ benötigt wird. Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, wirbt dafür, Quartiersansätze stärker zur Anwendung zu bringen, mit denen es in Brandenburg gute Erfahrungen gibt. Einvernehmen besteht darüber, dass die öffentliche Hand ihre Vorbildfunktion bei der Gebäudesanierung durch konsequente Umsetzung eines Sanierungsfahrplans ausfüllen muss.